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Als vor über 60 Jahren einige der aus Schlesien, Ostpreußen udn anderen katholischen Gebieten stammenden katholischen Christen auch den Weg nach Groß-Lichterfelde fanden, fühlten diese sich dort in einer Zeit, die die von Unfreiheit und Leid geprägt war, zunächst ohne eigenes Gotteshaus heimatlos. So entstand das Bedürfnis, zunächst eine Kirchengemeinde zu gründen (1.10.1930), einige Zeit später auch einen Kirchbauverein, dess einziges Ziel darin bestand, den Bau einer Kirche zu realisieren - bis dahin feierte man den Gottesdienst in der Kapelle des damals neu gegründeten St. Ludwig-Altersheimes (heute Klingsorstr. 119).
Dieses Ziel wurde mit der Weihe unserer Kirche am Fronleichnamssonntag,
dem 14. Juni 1936, durch Msgr. Beyer und der Konsekrierung durch Kardinal
von Preysing, der die Kirche der heiligen Mutter Anna (Mutter Marias)
weihte, erreicht.
Anna, die als Hanna (hebräisch: Gnade) schon im Alten Testament
(1 Sam 1) Erwähnung fand, wurde in der abendländischen Kirche
seit dem 10. Jahrhundert als Schutzheilige der Mütter, Bergleute
und Kaufleute besonders in Oberschlesien verehrt: Neben einer Wallfahrtskirche
auf den Annaberg, nordwestlich von Gleiwitz, gab es auch in der im 15.
Jahrhundert gegründeten und durch den Silberbergbau wohlhabend gewordene
Stadt Annaberg (oberes Erzgebirge) eine reich ausgestattete gotische Annenkirche.
Welche Bedeutung die Verehrung der Heiligen Anna für den Großraum Berlin-Brandenburg hat, konnten Sie bereits aus einem Artikel von Dr. Felix Escher in den Pfarrnachrichten 05/99 ersehen. 
Der Jahrestag der Kirchengründung gibt auch Anlaß, einmal
die Geschichte der Pfarrgemeinde St. Annen Revue passieren zu lassen:
Nach dem Kuratus Alfons Puff und der Küster am 1. Oktober 1936 das
im Herbst fertiggestellte Pfarrhaus bezogen hatten, trat im selben Jahr
auch der Kirchenchor erstmals zusammen. Seit 1939 war Günther Schwerkholt
als Organist angestellt. Inzwischen war Kuratus Puff der Titel des Pfarrers
verliehen worden, der Kirche der gut etablierten Gemeinde war durch Pater
K. Neumann am 11. September 1938 ein Kreuzweg übergeben worden.
Doch bald darauf wurde auch St. Annen von den Greueltaten des Naziregimes und den Schrecken des Zweiten Weltkriegs heimgesucht: Nachdem schon seit 1938 das
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Kirchenblatt verboten, die Pfarrnachrichten beschlagnahmt und der Religionsunterricht katholischen Laien übertragen worden war, wurde die Kirche St. Annen am 1. März 1943 erstmals durch Brandbomben beschädigt und am 2. Dezember 1943 durch Sprengbomben schwer beschädigt, weshalb der Gottesdienst für die 27 Monate andauernde Zeit des Wiederaufbaus der Kirche in Pfarrsaal und Nebenräume verlagert werden mußte. Die Wiedereinweihung der Kirche St. Annen am 17. März 1946 erfolgte in festlichem Rahmen durch eine von Kardinal von Preysing zelebrierte Pontifikalmesse.
Nachdem Pfarrer Alfons Puff schon 1960 längere Zeit erkrankt war,
mußte er sich im Jahre 1963 nach 27 Jahren seelsorgerlicher Arbeit
aus gesundheitlichen Gründen von seiner Gemeinde St. Annen trennen.
Als Nachfolger wurde der Kaplan von Schlachtensee, Kuratus Rudolf Basch
vom Bischof ernannt.
Im Oktober 1963 konstituierte sich die KAB in St. Annen und im Jahre 1967 konnte nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit der Neubau des Gemeindehauses mit Saal, Bibliothek und Jugendräumen eingeweiht werden. Im Herbst 1968 wurde dann die neugebaute Kindertagesstätte der Gemeinde St. Annen eröffnet.
Am 14. Februar 1970 beging die Gemeinde St. Annen in festlichem Rahmen
die Priesterweihe des Diakons Ullrich Hampel, der einen Tag darauf seine
Primiz in St. Annen feierte.
Im Jahre 1972 beschloß der Kirchenvorstand nicht nur, das Nachbargrundstück
(Gardeschützenweg 23) zu erwerben, auch der Hochaltar erhielt eine
Neugestaltung, durch die die Mutter Anna ihren Platz an der Altarwand
fand.
Am 20. Oktober 1973 verstarb der erste Pfarrer der Gemeinde St. Annen,
Alfons Puff. Sein zu diesem Zeitpunkt schon lange Jahre im Amt befindlicher
Nachfolger, Pfarrer Rudolf Basch, wurde wegen einer schweren Erkrankung
durch Pfarrer Wido Krajewski abgelöst.
Als am 5. Mai 1974 dann die Gemeinde St. Annen von Pfarrer Ganswindt übernommen wurde, entwickelte sich aus dessen Engagement, vor allem in der Jugendarbeit, ein reges Gemeindeleben. Für Misereor und Adveniat werden fortan Fastenessen und Adventsbasare organisiert.
Matthias R. Grether
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